• Jule Richter: Wolke 8

Zwei Frauen, die gegensätzlicher nicht sein können, finden mehr oder weniger zufällig zueinander: Maggy, die zurückhaltende Therapeutin, die nach der großen Liebe sucht; Hannah, die coole Verführerin, die nicht im Traum daran denkt, ihre Freiheit als Single aufzugeben. Doch als sie spüren, dass sich zwischen ihnen tiefere Gefühle entwickeln könnten, versuchen die beiden alles, um sich dagegen zu wehren. Das Schicksal hat jedoch einen ganz anderen Plan für Hannah und Maggy . . .

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Leseprobe:

Eckdaten
Format Taschenbuch
Seiten 240
Leseprobe

1

Hannah

Es ist schon wieder neunzehn Uhr, und ich bin seit zwölf Stunden im Büro. Hätte ich ein Haustier, wäre es längst vor Einsamkeit in eine tiefe Depression gestürzt. Glücklicherweise haben sich die paar Grünpflanzen, die dank meiner Mutter meine Fensterbänke schmücken, daran gewöhnt, dass die Gießkanne nur einmal in der Woche kurz an ihnen vorbeihuscht. Einige von ihnen haben sich sogar dem Wohnkonzept angepasst und wachsen nun in dezenten Brauntönen.

»Und die Verträge für Jimmy O. brauche ich bis morgen, sonst rastet der Chef wieder aus!«, brülle ich meiner Mitarbeiterin hinterher, die gerade auf dem Absatz kehrtmacht und aus meinem Büro hetzt. Wir haben zwei Stunden über Mahnungen gebrütet und sind gerade zu dem unbefriedigenden Ergebnis gekommen, dass wir die Lösung des Problems nicht finden können.

Ich wühle ein letztes Mal durch den Aktenstapel, der meinen Schreibtisch verdeckt, und stelle erleichtert fest, dass die restliche Arbeit bis morgen warten kann. Ausgerechnet heute ist noch diese nervige Party eines Produzenten-Ehepaares, das seit kurzem in der Musikbranche mitreden will. Handverlesene Gäste sind geladen und werden sich sehr wahrscheinlich teures Fingerfood und noch teureren Champagner schmecken lassen, während sie so tun, als seien sie unglaublich wichtig und unersetzlich in diesem Business. Um dann nach Hause zu fahren und schon im Taxi nicht mehr zu wissen, auf wessen Party sie gerade waren. Und da mein Chef mal wieder Besseres zu tun hat, werde ich mich heute noch in einen schicken Fummel quälen und fremde Hände schütteln müssen. Nicht mal Richard kann mich begleiten. Er liegt mit einer Lungenentzündung im Bett. Und auch wenn er mir angeboten hat, kurz vor der Party eine erhöhte Dosis Aspirin einzuwerfen, »weil es dann schon gehen wird«, gehe ich unter diesen Umständen lieber allein.

Ich werde morgen mal bei ihm vorbeischauen und ihm eine Hühnersuppe bringen. Vielleicht mache ich sie sogar selbst.


Die Party ist in vollem Gange, als ich die Eingangshalle betrete. Es ist ein prunkvolles Anwesen, das muss ich Herrn und Frau – ich werfe einen schnellen Blick auf meine Einladung – Trauenstein lassen. Geschmack haben sie. Und Geld ganz offensichtlich auch.

Die Dienstmädchen sind alle in denselben Kostümchen unterwegs und balancieren Tabletts mit mikroskopisch kleinen Häppchen undefinierbarer Art durch die Menge. Ich winke dankend ab, als mir eines der Tabletts etwas ungeschickt unter die Nase geschoben wird, und sehe mich in dem Saal um, der aus allen Nähten zu platzen scheint. So klein die Häppchen sind, so groß ist die Gästeliste. Ich gebe zu, ich bin beeindruckt.

»Frau Hagemeier, richtig?«, reißt mich eine Stimme aus meiner Bewunderung für die anspruchsvolle Sammlung alter und neuer Kunstwerke an den mindestens fünf Meter hohen Wänden.

Ich drehe mich um. Mir steht eine Dame gegenüber, deren Alter aufgrund chirurgischer Nachhilfe nur schwer schätzbar ist, aber so zwischen 40 und 60 Jahren liegen müsste. »Ähm, ja. Die bin ich. Guten Abend«, entgegne ich und reiche ihr die Hand.

»Ich bin Ricarda Trauenstein. Es freut mich, dass Sie es einrichten konnten. Möchten Sie etwas trinken?«

»Gern. Ich wollte gerade zur Bar gehen.«

»Sehr schön. Dann begleite ich Sie.« Als würden wir uns schon ewig kennen, hakt sich die Dame bei mir unter, und wir schlendern durch die Menschenmassen, vorbei an einigen modernen Skulpturen aus Granit, hinüber zur Bar, an der gutaussehende Kellner mit perfekten Manieren und ebenso perfektem Outfit ihr Werk verrichten. Sie sind das passende männliche Pendant zu den fleißigen Dienstmädchen, die die Tabletts durch die Gästescharen balancieren.

»Sind sie nicht zauberhaft? Ich habe sie alle selbst ausgesucht«, raunt mir Ricarda schmunzelnd von der Seite zu.

»Ja, ganz hinreißend. Nur leider gar nicht mein Typ.«

Mit überraschtem Blick fragt die Dame des Hauses nach: »So? Was wäre denn Ihr Typ? Wir haben draußen noch ein Barbecue. Vielleicht ist da einer für Sie dabei.« Es macht ein bisschen den Anschein, dass Champagner und Mini-Häppchen nicht das Einzige sind, das auf dieser Party vernascht werden soll.

»Kommt drauf an. Hat einer von ihnen lange Beine, eine schmale Taille und wohlgeformte Brüste?«, gebe ich zurück und muss mir ein Lachen verkneifen, als ich in Frau Trauensteins verblüfftes Gesicht blicke.

Umso überraschter bin ich, als sie vergnügt quietscht: »Na, Kindchen, jetzt haben Sie mich aber!«

Kindchen? Ich korrigiere meine Altersschätzung um zehn Jahre nach oben. Sonst würde sie mich kaum Kindchen nennen.

Ich zwinkere ihr zu. »Ja, ich bin immer für eine Überraschung gut.« Dann greife ich zu dem Glas Gin Tonic, das mir der hübsche Kellner mit den ausgeprägten Wangenknochen und den streng nach hinten gegelten Haaren auf den Tresen gestellt hat. Ich nicke dankend und wende mich wieder der Party zu.

Der Drink ist gut. Fast schon zu gut, wenn ich bedenke, dass ich heute eigentlich noch nichts gegessen habe. Aber um eine Basis für den Alkohol zu schaffen, müsste ich hier alle Häppchen allein verspeisen.

»Ist was, Kindchen?«, klingt es teilnahmsvoll neben mir.

»Nein, Frau Trauenstein«, versichere ich. »Alles in Ordnung. Es war nur ein langer Tag, und ich muss zugeben, dass ich schon sehr müde bin. Auch wenn Ihre Party beeindruckend ist. So manch großer Musikkonzern würde Sie um diese Gästeliste beneiden.« Ich hoffe, dass die Gastgeberin es mir nach dieser Schmeichelei nicht übelnimmt, wenn ich mich bald verabschiede.

Aber da habe ich sie wohl unterschätzt. »Ach, Kindchen. Sie sind doch noch jung. Genießen Sie den Abend, und feiern Sie. Schlafen können Sie später immer noch. Als ich in Ihrem Alter war, da habe ich so manche Nacht zum Tag gemacht. Das waren noch Zeiten.« Ihre Augen funkeln bei der Erinnerung an ihre vergangenen Jahre.

Und irgendwie lösen ihre Worte eine wichtige Erkenntnis in mir aus: Sie hat recht. Die Party ist gar nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte. Im Gegenteil. Es scheint die beste Party seit langem zu sein. Und ich scheine ab und an zu vergessen, dass ich mit meinen einunddreißig Jahren noch längst nicht zum alten Eisen gehöre.

Ich werfe alle guten Vorsätze über den Haufen und erkläre: »Sie sagen es. So eine Party darf man nicht zu früh verlassen. Vielen Dank für die Einladung – auch wenn sie eigentlich an meinen Chef gerichtet war. Ich bin froh, dass ich gekommen bin.« Grinsend füge ich hinzu: »Darf ich Sie auf einen Drink einladen?«

»Na, da sage ich doch nicht nein.«

Wir bestellen uns zwei weitere Drinks beim Barmann. Überschwänglich prostet Ricarda mir zu und sagt augenzwinkernd: »Auf Sie, Kindchen. Genießen Sie Ihr Leben!«

»Auf Sie, Frau Trauenstein! Und auf diese tolle Party!« Ich kippe den Drink in einem Zug hinunter.


Der Abend geht so munter weiter, wie er begonnen hat. Zu späterer Stunde fangen die ersten Gäste an, das Tanzbein zu schwingen, und auch ich mische mich unter die Menge. Von der Müdigkeit von vorhin ist mittlerweile nichts mehr übrig. Die Musik, die Drinks, die Stimmung und die Tatsache, dass meinem Magen jegliche Grundlage für eine angemessene Verarbeitung des Alkohols fehlt, lassen mich so ausgelassen feiern wie schon lange nicht mehr.

Plötzlich schreit mir jemand ins Ohr: »Verzeihung!«

Überrascht blicke ich mich um. Niemand hat mich angerempelt oder sonst etwas getan, wofür eine Entschuldigung notwendig wäre.

Vor mir steht eine junge Frau Mitte zwanzig. »Verzeihung«, wiederholt sie sichtlich aufgeregt. »Aber ich habe dich den ganzen Abend schon beobachtet, und dank der viel zu kleinen Häppchen ist mein Blut vermutlich gänzlich in Alkohol übergegangen. Nein, warte. Anders rum . . . Mein Alkohol ist vollständig in mein Blut . . . Ach, wie auch immer. Ich spreche sonst nie Frauen an. Schon gar nicht so attraktive wie dich. Aber dank der viel zu kleinen Hä. . . Das sagte ich ja bereits. Oh Mann, konzentrier dich.« Den letzten Satz sagt sie wohl eher zu sich selbst.

Ich beobachte die Dame mit den langen, blonden Haaren, die ihr über die linke Schulter fallen, mit Spannung. Rotes Kleid, das viel Haut offenbart. Sehr hübsch. Ihre grünen Augen sehen mich allerdings etwas verunsichert an.

»Oh je«, stammelt sie weiter, »ich sollte lieber gehen. Sonst muss ich das hier auf die Liste der peinlichsten Momente meines Lebens schreiben. Und die ist eigentlich schon voll.« Sie kratzt sich am Kopf, tippelt nervös auf der Stelle hin und her.

Um den Bann, der sie offensichtlich außer Gefecht setzt, zu brechen, strecke ich ihr hilfsbereit meine Hand entgegen. »Hi, ich bin Hannah.« Auch wenn der Handschlag in diesem Fall fast zu höflich ist, ist es mir ein Anliegen, sie festzuhalten, falls sie bei ihrer krampfhaften Suche nach den richtigen Worten von ihren unglaublich hohen Schuhen herunterfallen sollte.

»Ähm, hi. Ich bin Chris. Und ich bin eigentlich ganz anders. Aber das zu behaupten, ist jetzt wohl etwas spät.« Ein Seufzer, begleitet von einem schiefen Grinsen.

»Schön, dich kennenzulernen, Chris, die eigentlich ganz anders ist«, sage ich und zwinkere ihr zu. »Möchtest du vielleicht mit mir tanzen?«

»Sehr gern!«

Unsere Hände haften noch immer aneinander, und so ist es ein Leichtes, die schlanke Frau in Rot an mich zu ziehen, um unsere Bewegungen in Einklang zu bringen. Leicht wie eine Feder lässt sie sich von mir führen. Die Musik wechselt, wechselt wieder und wechselt noch einmal. Beseelt von der Stimmung und dem Alkohol lassen wir uns vom Takt der Lieder treiben.

»Möchtest du etwas trinken?«, frage ich beim nächsten Liedwechsel, weil meine Kehle langsam trocken wird.

Chris sieht mich mit glänzenden Augen an und sagt: »Gern. Aber nur ein Wasser. Wer weiß, was sonst noch passiert heute Abend.« Trotz ihrer schwindelnd hohen Absätze ist sie etwas kleiner als ich und muss zu mir aufschauen. Das mag ich.

»Bis gleich, Chris«, flüstere ich ihr ins Ohr und hauche ihr einen Kuss auf die Wange, bevor ich mich zur Bar aufmache.


»Hier, dein Wasser.« Ich tippe Chris auf die Schulter, die nur von einem dünnen Träger ihres Kleides bedeckt ist und mich erahnen lässt, dass sie keinen BH trägt.

Dankbar nimmt sie das Getränk entgegen und leert es fast in einem Zug. »Oh Mann. Das habe ich gebraucht. Danke!«

»Nicht dafür. Und jetzt kommen wir mal zu dem, was passieren könnte, wenn du nicht bei Wasser bleiben würdest.« Amüsiert beobachte ich, wie ihr bei dieser Überrumpelung eine leichte Schamesröte ins Gesicht steigt.

»Ich . . . na ja, ich . . .« Sie schaut kurz zur Seite, sieht mir dann aber tapfer ins Gesicht. »Ich könnte betrunken vor ein Auto laufen. Oder auf dem Weg nach Hause am Straßenrand einschlafen. Oder . . .«

Weiter kommt sie nicht. Ich ziehe sie an mich, blicke ihr tief in die Augen, lege meine Hand in ihren Nacken und fühle, wie ihr vor Überraschung der Atem stockt. Ich lächele sie an, lecke mir verheißungsvoll über die Oberlippe und koste jede Sekunde voll aus.

Und sie hält meinem Blick stand. Drückt ihren Körper fester gegen meinen. Ihre Hand wandert zu meinen Hüften, und ich spüre ihre Fingerkuppen durch meine weiße Seidenbluse. Sie reckt sich mir entgegen. Will es. Will mich.

Ich liebe diesen Moment. Dieses Spiel mit der Lust. Ich nähere mich ihren Lippen, öffne dann den Mund leicht. Sie tut es mir gleich. Ich halte inne. Sie sieht mich an, begierig und verunsichert zugleich. Ich lächele wissend. Lasse sie zappeln. Meine Hand gleitet an ihrem Rücken hinunter zu ihrem wohlgeformten Hintern. Ich umfasse ihre Pobacke mit festem Griff. Presse ihr Becken gegen meins. Bewege mich zum Rhythmus der Musik. Beobachte sie. Halte ihren Blick fest. Versinke in ihren grünen Augen. Lüstern schaut sie mich an.

Mit rauer Stimme durchbreche ich den Zauber des Moments und frage sie herausfordernd: »Was willst du?«

»Dich! Den ganzen Abend schon.« Es ist fast ein Stöhnen.

Ich sehe mich kurz um. Die anderen Gäste sind mit sich und der Musik beschäftigt. Es ist voll und heiß. Genau richtig. Ich schiebe Chris ein kleines Stück weg. Nur so weit, dass ich meine Hand von ihrem Hintern zwischen unsere Körper schieben kann. Ihr Kleid ist kurz. Sehr kurz. Es ist ein Leichtes, es ein wenig hochzuschieben, so dass meine Hand daruntergleiten kann.

Als ich an ihren Slip stoße, versucht Chris ihre Beine zusammenzuklemmen. Mit großen Augen starrt sie mich an.

»Entspann dich, Chris«, raune ich ihr ins Ohr. »Ich will dich erst ficken, bevor ich dich küsse.«

Wäre es möglich, würde sie ihre Augen noch weiter aufreißen.

Ich packe ihren Nacken noch etwas fester. Sie zieht scharf die Luft ein und reibt ihr Schambein an meinem Unterarm, während sie sich noch immer zur Musik bewegt.

»Ich kann nicht . . .«, stößt sie hervor.

»Ich denke schon.«

Ihre Antwort ist nur ein leicht flackernder Blick. Ihre Unsicherheit macht mich an. Vor allem in Verbindung mit ihrem offensichtlichen Begehren. Die Nässe, die ich durch den Slip an meinen Fingern spüren kann, ist der beste Beweis dafür.

»Ich spüre, dass du es kannst. Du bist ganz feucht, Kleines«, gebe ich ihr zu bedenken.

Chris wird abermals rot im Gesicht. Dieser Wahrheit kann sie sich nicht entziehen. Ich streiche mit dem Finger über ihren Slip. Die Hitze in ihrem Schoß macht mich verrückt. Wären wir nicht hier auf der Party, hätte ich ihr das Kleid längst vom Leib gerissen, um ihren nackten Körper mit allen Sinnen zu erforschen. Ich berühre ihre Schamlippen durch den feinen, seidenen Stoff, der meine Finger von ihrem Lustzentrum trennt, und Chris reagiert mit einem leisen Stöhnen.

»Ich will in dir sein. Jetzt und hier«, flüstere ich ihr ins Ohr und lasse meinen Finger noch einmal über ihre Scham gleiten, diesmal mit etwas mehr Druck. Sie kann ihre Lust nicht länger kontrollieren. Ihre Beine öffnen sich ein wenig, und als ich den Slip zur Seite schiebe, empfängt mich ihre heiße Nässe.

Ich gleite mit einem Finger in sie, ziehe ihn wieder zurück. Beim zweiten Mal fülle ich sie mit drei Fingern aus. Hart und tief stoße ich zu. Verharre in ihr. Chris lässt den Kopf in den Nacken fallen.

»Wenn du nicht willst, dass jeder weiß, was hier gerade passiert, solltest du deine Lust nicht ganz so freizügig zeigen«, empfehle ich ihr, bevor ich ihr meine Finger fast vollständig entziehe, um sie danach umso tiefer in sie eindringen zu lassen.

Sie gibt sich sichtlich Mühe, kann sich aber trotzdem ein hörbares Stöhnen nicht verkneifen.

»Chris«, mahne ich. »Halt dich zurück. Sonst muss ich leider aufhören.« Bei diesen Worten stelle ich abrupt die Bewegung ein.

»Nein, nicht aufhören«, flüstert sie unterdrückt zurück und legt ihrerseits eine Hand in meinen Nacken, um mich näher an sich zu ziehen. Gepresst stöhnt sie: »Küss mich . . . bitte . . . Ich halte es nicht mehr aus.«

»Noch nicht, Kleines«, lächele ich finster und stoße abermals in ihren Unterleib. Mein Daumen beginnt ein gnadenloses Tänzchen auf ihrem Lustpunkt, und Chris umklammert mich, um den Halt nicht zu verlieren.

»Hannah«, fleht sie. »Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht im Stehen kommen. Und ich kann erst recht nicht leise kommen. Nicht, wenn ich so geil bin wie jetzt.« Ich spüre, dass ihre Kräfte schwinden.

»Von mir aus musst du nicht leise sein«, gebe ich zurück, während ich mein Spiel in ihrem Schoß unbeirrt fortsetze.

»Bitte. Lass uns zu mir gehen. Ich wohne fast um die Ecke. Bitte . . .«

»Ich halte dich. Lass es zu. Ich will dich jetzt und hier. Aber ich kann auch aufhören, wenn dir das lieber ist.«

Chris stöhnt erneut leise auf, als mein Daumen fester über ihren Kitzler reibt. Kleine, schnelle Bewegungen im Takt der Musik bringen die Frau im roten Kleid an die Grenzen ihrer Lust. Sie atmet ungleichmäßig, lehnt den Kopf gegen mein Schlüsselbein, krallt sich mit ihren Fingern in meinen Rücken, und ich spüre, dass sich ihr ganzer Körper anspannt.

»Komm für mich«, flüstere ich ihr ins Ohr, und meine Lippen berühren ihr Ohrläppchen.

Chris hebt den Kopf. Unsere Blicke finden sich. Ich stoße in ihren Unterleib, fülle ihn aus, umspiele ihren Lustpunkt in gleichbleibendem Rhythmus. Ich sehe ihre Geilheit. Ihre roten Wangen verraten sie. Ihr Körper zittert. Ich drücke sie an mich, gebe ihr Halt.

Sie beißt die Zähne zusammen. Kann meinem Blick nicht mehr standhalten, schließt die Augen, ihr Atem stockt kurz. Sie stöhnt unterdrückt, atmet dann schnell und unregelmäßig. Ihre Knie sacken ein wenig ein, und sie lehnt sich an mich. Ich spüre, dass sie es nicht mehr lange aufhalten kann.

Dann blickt sie mich abermals an. Lustvoll. Süchtig. Hilflos. Noch immer beißt sie die Kiefer zusammen, um keinen Laut entkommen zu lassen. Ich stoße in sie, presse meinen Daumen auf ihren Kitzler, und als sie sich gerade ihrem Stöhnen ergeben will, drücke ich meine Lippen fest auf ihre, und unsere Zungen finden sich zu einem wilden Spiel. Chris giert nach mir. Ich gebe ihr, was sie will. Ich bin überall, in ihrem Unterleib, in ihrem Mund. Und dann kann sie es nicht mehr aufhalten. Noch ein Stoß, und sie wird von den Wellen des Orgasmus mitgerissen, die sie wahrlich bewundernswert verheimlicht. Nur ihre Muskeln, die in heftigen Kontraktionen meine Finger umschließen, verraten, was gerade mit ihr passiert. Durch den Kuss gedämpft stöhnt Chris ihre Erregung heraus, und ich treibe meine Finger noch einmal tief in ihren Schritt, bevor ich innehalte und sie mit all meiner Kraft daran hindere, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Eng umschlungen stehen wir mitten auf der Tanzfläche. Meine Finger sind noch in ihrem heißen Schoß, meine Zunge in ihrem Mund, meine Lippen auf ihren.

Das Lied endet, ein neues beginnt. Chris kommt langsam zu sich.

Ich entziehe ihr vorsichtig meine Finger, richte ihren Slip und das Kleid und löse mich schließlich auch aus dem Kuss. »Möchtest du was trinken?«, frage ich.

»Ja, bitte. Einen Wodka Tonic, ohne Tonic«, japst Chris und grinst schief.

Ich muss schmunzeln: »So, so, die harten Sachen also?« Dann wende ich mich von ihr ab und gehe zur Bar.


»Sie sind ja ein schlimmer Finger«, höre ich eine freundlich-neckende Stimme neben mir sagen. Ich fahre herum und sehe in Frau Trauensteins verschmitztes Gesicht.

Mit hochrotem Kopf frage ich: »Was meinen Sie?«

Frau Trauenstein findet die Situation offensichtlich amüsanter als ich und lacht nur: »Na, jetzt können wir auch Du sagen, oder nicht? Immerhin hatten Sie schon mehr Sex in diesem Hause als ich selbst.«

»Tja, was soll ich sagen?« Ich zwinkere ihr verschwörerisch zu. »Man lebt nur einmal.« Meine plötzliche Schlagfertigkeit überrascht mich selbst ebenso sehr wie die Gastgeberin.

»Ich mag dich, Kindchen«, grinst Ricarda Trauenstein und gibt mir einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange, bevor sie sich ihrem Champagnerglas und den anderen Gästen zuwendet.

Na, da habe ich ja einen tollen Eindruck hinterlassen. Wenn das mein Chef erfährt.

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  • Artikelnr. 978-3-95609-186-5
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